Longboard-Fahrstile

Longboard Dancing – so läuft’s

Das Longboard ist wieder in den deutschen Städten zurück. In den 50ern erfunden als “Surfbrett mit Rädern” spaltete sich später das Skateboard davon ab. Jetzt ist das Longboard wieder trendy und vor allem das Longboard Dancing gefragt wie nie.

Die Entwicklung des Fahrstils

Die Wahl des richtigen Longboards ist eine Wissenschaft für sich. Bevor Du dir Gedanken über deine Ambitionen machst, gelten erst einmal ein paar Grundregeln. Je größer und schwerer Du bist, desto breiter und länger sollte dein Longboard auch sein. Hast Du große Füße, musst Du schließlich für genügend Platz auf dem Board sorgen. Dein bevorzugter Fahrstil sorgt dann für weitere Kaufkriterien.

Tricks auf dem Longboard

Zum Dancen eignen sich besonders gut längere Longboards da diese genug Stabilität für die tänzerischen Schritte geben. Bild: Flickr | Ignacio Bernal

Doch wie entsteht dieser überhaupt?

Ein Fahrstil bildet sich meist aus mehreren Faktoren. Neben den bereits erwähnten körperlichen Grundvoraussetzungen kommt es vor allem auf das Einsatzgebiet und deine Ambitionen an. Nutzt Du dein Longboard hauptsächlich zur Fortbewegung als Transportmittel, wirst Du durch das pushen lange Strecken zurück legen. Dann benötigst du ein tiefliegendes und stabiles Longboard Deck mit viel Laufruhe und hochwertige Kugellager.

Die meisten Longboarder beginnen mit dieser Art zu fahren, um ein Gefühl für die Sportart und die Straße zu bekommen. Danach gibt es viele verschiedene Wege, die Du mit dem Longboard einschlagen kannst. Je nach Lust und Laune kannst Du dich beispielsweise mehr in Richtung Freestyle oder Downhill entwickeln.

Dancer Longboards

Dancing beim longboarden hat seinen Ursprung im Wellenreiten, auf den Longboards beim Wellenreiten gab es bestimmte Schrittfolgen die wenn Sie hintereinander ausgeführt wurden, aussahen als ob der Surfer tanzt. Longboards die für das Dancing gebaut sind, sind meist sehr lang damit genügend Platz zum Dancen ist und werden Dancer oder Planke genannt.

Wie das Cruisen oder Carven stellt auch das Dancing einen Fahrstil des Longboardens dar. Longboarder, die das Dancing auf dem Deck bevorzugen, fahren bestimmte Longboards.

Die ästhetische Königsdisziplin Longboard Dancing

Neben den Geschwindigkeitskönigen im Downhill gilt das Dancing, eine Abwandlung des Boardwalkings, als vielleicht anspruchsvollste Disziplin. Weil sie viele Elemente vereint, muss ein gewisser Background schon vorhanden sein. Als Anfänger solltest Du daher zuerst Basics wie das Sliden oder Carven zumindest in geringem Ausmaße beherrschen.

Wie beim Freestyle und Cruisen steht auch beim Longboard Dancing das chillige Fahren im Vordergrund, gepaart mit anspruchsvollen Tricks und sehr gekonnten Bewegungen. Daher gilt das Dancing auch als die ästhetischste Disziplin dieser Sportart. Das Dancing vereint das Longboardfahren mit Tanzen und teilweise sogar Akrobatik. Die einzelnen Variationen können auch als Tricks bezeichnet werden.

Beim Dancing geht es darum, während dem Fahren verschiedenste Techniken (Schritte) einzubauen, so entstehen immer wieder neue Tricks und sogar komplette Choreographien. Dementsprechend gibt es auch unterschiedliche Arten des Dancen.

Die Performance hat als Ziel, möglichst entspannt auszusehen, muss daher elegant in die Fahrt mit eingebaut werden und bestenfalls aussehen wie aus einem Guss. Hier ist viel Übung gefragt, um das Feeling für Board und Straße zu erlangen und die Tricks fehlerfrei performen zu können. Die besondere Schwierigkeit dabei ist, das Board immer mit den Füßen festhalten zu können, während man seine Moves ausführt. Dies ist nicht gerade leicht zu erlernen, sorgt aber für besonders viel Fun, da Du deinen eigenen Fahrstil und deine Kreativität direkt auf das Board bringen kannst.

Longboard Dancing in bewegten Bildern


Schon viel gelesen bis hier her? Jetzt gibt es etwas auf die Augen, Longboard Dancing at it’s best. Schau es Dir an und sei begeistern.

Die ersten Tanzschritte des Longboard Dancer

Die Anfänge sind zeitintensiv, lohnen sich aber, denn bei viel Übung merkt man hier wie bei kaum einer anderen Disziplin, wie stark man sich verbessert. Geduld und Feingefühl für die Bewegungsabläufe sind die Grundvoraussetzungen für das Erlernen des Dancing. Die Basis des Dancing ist der sogenannte Cross Step, der bei Choreographien häufig als Bindeglied zwischen einer Kombination der einzelnen Tricks verwendet wird.

Cross Stepp lernen

Für den Cross Step stellst Du die Füße parallel zueinander in die Mitte des Brettes. Dann drehst Du den hinteren Fuß in einem 45° Winkel zur Fahrtrichtung vor die hinteren Achsschrauben und verlagerst dein Gewicht auf die Fußballen. Dann ziehst Du deinen vorderen Fuß neben den hinteren, bevor der vordere Fuß vom hinteren gekreuzt wird (deshalb Cross Step). Währenddessen sollte das Board eine kleine Rechtskurve fahren. Anschließend wird der hintere Fuß nach vorn auf das Brett gezogen und Du fährst eine Linkskurve in der Ausgangsstellung. Es kann hilfreich sein, die Schrittfolge zuerst im Stand zu üben und dein Longboard dafür ins Gras zu stellen, damit es nicht weg rollen kann.

Außerdem bietet uns das Internet zahlreiche Lehrvideos an, womit jeder Longboard Anfänger sich die Tricks mehrmals anschauen und parallel dazu Übungen durchführen kann.

Einsteiger Dancing Schritte

Weitere Einsteigerübungen sind der Nose Manual, einer der essenziellsten und ältesten Tricks des Longboard Dancing, der Windmill, bei dem Du dich um 360 ° auf dem Board drehst, der Peter Pan und der Pivot. Für alle Übungen gilt der Spruch “Übung macht den Meister”, denn es ist wirklich noch kein Meister vom Himmel gefallen und jeder noch so gute Longboard Dancer hatte am Anfang seine Schwierigkeiten mit diesen Basic Übungen.

Mit etwas Ehrgeiz und Geduld wirst Du diese Basic Moves aber schon bald in dein Repertoire aufnehmen können und auf deinem Longboard das Tanzen beginnen.

Tricks und Moves für Fortgeschrittene

Wie auch bei Tanzkursen gibt es beim Longboard Dancing auch verschiedene Ebenen, die je nach Können erreicht werden können. Hast Du die Basic Moves drauf, kannst Du dich an immer größere Herausforderungen heran wagen. Einer der bekanntesten und beliebtesten Tricks ist der Kickflipp.

Der Kickflipp ist ein Ollie, bei dem das Board in der Luft durch einen Kick gedreht wird und Du dann wieder sicher darauf landest. Dieser Trick ist sowohl im Stehen, als auch im Fahren umsetzbar.

Bei der sogenannten Tiger Claw kommt es vor allem auf einen hohen und richtig getimten Sprung an. Dieser Trick ist in zwei Hälften geteilt, die Du beide unabhängig voneinander üben kannst und dann miteinander kombinierst.

Beim Nollie Shovit wird das Board um 180 ° um die Nose gedreht. Bevor Du diesen Move trainierst, solltest Du den Pivot schon einwandfrei beherrschen.

G-Turns, Chop the Wood, Big Spin und Spin Big sind nur ein paar weitere Moves, die Du beim Dancing durchführen kannst. Die Liste der Tricks ist lange, weil immer wieder neue dazu kommen. Vielleicht erfindest auch Du bald einen eigenen Move und benennst ihn dann einfach nach Dir.

Materialwahl des Longbord Dancer

Es gibt spezielle Longboards, die für das Dancing gemacht wurden und sich deshalb für diese Disziplin bestens eignen. Es kommt vor allem darauf an, dass sie für die Moves einsetzbar sind und die nötige Flexibilität vorweisen können. Trotzdem ist es natürlich auch möglich, mit einem Cruiser-Longboard zu dancen oder mit einem Dancing-Longboard zu cruisen.

Willst Du aber das perfekte Longboard um damit zu dancen, solltest Du einige Dinge beachten. Das wichtigste ist die Länge des Boards. Durchschnittlich sind Longboards für diese Disziplin 120 cm lang. Es gibt aber auch noch längere. Die Länge ist notwendig, um bei den ganzen Bewegungen den Halt auf dem Boden zu garantieren und gleichzeitig genügend Spielraum für die Füße zu haben. Denn Du bewegst dich ja wie beim Wellenreiten hin und her.

Außerdem sollte das Longboard ein schwächeres Concave haben. Damit ist die geringere, teilweise sogar kaum vorhandene, Biegung in der Mitte gemeint. Es bilden sich lediglich Nose und Tail aus zu den Enden hin, um das Board mit den Füßen besser steuern zu können. Longboards, die speziell für das Dancing gebaut wurde, nennen sich auch einfach “Dancer”.

Weitere Variationsmöglichkeiten gibt es bei den Rollen und den Achsen. Es empfehlen sich auf jeden Fall weichere Rollen, die nicht zu groß sind und natürlich perfekt zur Achse passen. Sie sind wendig und haben genügend Grip, um bei den Tricks nicht weg zu rutschen.

Die Lenkgummis, die sogenannten Bushings, spielen auch eine wichtige Rolle, weil sie mit ihren unterschiedlichen Härtegraden das Feeling verändern können. Das beste Rezept ist immer noch das Ausprobieren, da jeder Fahrstil unterschiedlichste Vorlieben hat und sich die Materialzusammenstellung somit häufig automatisch ergibt und sich von anderen Fahrern unterscheiden kann.

Komplett-Longboards zum Dancen

Eine einheitliche Lösung, die auf jeden Longboard Dancer perfekt passt, gibt es daher nicht. Dennoch gibt es auch bereits komplette Longboards, die speziell für das Dancing entwickelt wurden. Diese Longboards zu vergleichen ist aus eben genannten Gründen nur bedingt sinnvoll.

Für Anfänger empfiehlt sich das RAM Longboard Bohja (sunburst). Ein Exemplar, welches vor allem auch im Preis-Leistungs-Verhältnis zu überzeugen weiß. Das 8-lagige Deck besteht aus kanadischem Ahorn und verfügt über ein ABEC 9 Kugellager, mit einer Größe von 127cm x 25,4cm eignet es sich perfekt für die ersten Tanzschritte. Zum Board RAM Longboard Bohja

Die Fortgeschrittenen haben eine riesen Auswahl an Dancer-Longboards und müssen sich dort das für sie passendste raus suchen. Wie auch bei Surfbrettern oder Skiern hat da jeder seine eigenen Vorlieben. Hast Du Erfahrung gesammelt, wirst Du schnell feststellen, welche Ansprüche Du selbst an dein zukünftiges Board stellst. Da die Variationsmöglichkeiten so zahlreich vorhanden sind, ergeben sich unterschiedlichste Vorlieben und Fahrstile, was diese Sportart so eigen aber eben auch besonders macht.

Treffen & Wettbewerbe der Szene

Natürlich gibt es auch einige Treffen in der Longboard Szene, die mit ihrem derzeitigen Boom weiter wachsen wird. Es wird sogar eine deutsche Longboard Downhill Liga, in der Rennen ausgetragen werden. Der deutsche Longboardverband trägt Deutsche Meisterschaften in verschiedensten Disziplinen und Altersstufen aus.

In zahlreichen Communities werden gemeinsame Veranstaltungen und Wettbewerbe organisiert und ausgetragen. Das Internet ist vermutlich die erste und beste Anlaufstelle, wenn man neu in der Szene ist und Kontakte knüpfen möchte. Jeder freut sich auf neue Gesichter, denn gemeinsam Üben macht nicht nur Spaß, sondern von anderen kann man auch sehr viel lernen aufgrund der unterschiedlichen Spezialisierungen und Fahrstile. Trau dich ruhig und informiere dich im Netz über anstehende Treffen und schau einfach vorbei.

Longboard Dancing – so läuft’s
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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Finde den Post super informativ! Bin gerade dabei mir das Dancen beizubringen, aber mit der Anleitung komm ich nicht so klar 🙂 Da werd ich dem Tipp nachkommen & mir n paar Tutorials im WWW ansehen. Danke für die vielen Infos, toller Artikel!

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Danke für die coolen Tipps. Ich bin momentan noch bei den Einsteiger-Moves und taste mich langsam voran.

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