Windsurf Freerideboards: Tipps für Einsteiger und Umsteiger

Welches Board ist das richtige für Dich? Das ist eine Frage, die sich nicht nur Einsteiger stellen. Anfängerboards sind meist auf leichtes Handling getrimmt, haben aber ihre Grenzen – und wenn Du mit den grundlegenden Techniken und Manövern vertraut bist und ein wenig Erfahrung hast, möchtest Du vielleicht etwas sportlicheres ausprobieren.

Oder Du suchst ein Board, das Dich ein wenig mehr fordert und auf dem Du Dich weiterentwickeln kannst. Persönliche Vorlieben, sportlicher Ehrgeiz, Erfahrung und auch Größe und Körpergewicht helfen bei der Entscheidung für den Shape, der zu Dir passt. Freerideboards sind ein heißer Tipp für alle, die ins Funboardsurfen tiefer einsteigen möchten. Warum de vielseitigen Boards viele Fans haben und was das Freerideboard im Vergleich zu anderen Shapes auszeichnet, erfährst Du hier.

Was ist typisch für ein Freerideboard?

Freerideboards bieten ausgezeichneten Speed und eine ausgewogene Balance zwischen Leistung und Handling. Fürs Waveriding sind sie weder gebaut noch geeignet, und wer seine Highspeed-Grenzen kennenlernen will, ist mit einem Raceboard besser bedient.

Charakteristisch für Freerideboards sind die großzügige Breite, ein rundes Outline, ein Volumen zwischen 100 und 200 Liter und vergleichsweise große Finnen. Damit bieten Freerideboards eine ausgezeichnete Kippstabilität, gute Angleiteigenschaften und Auftrieb und vergleichsweise leichtes Handling.

Für wen sind Freerideboards besonders geeignet?

Freerideboards erzielen auch bei schwachem und mittlerem Wind ordentlich Speed im Flachwasser und bieten alle Voraussetzungen für freundschaftliche Highspeed-Duelle und flotte Halsen.

Die vielseitigen Boards sind zum gemütlichen Cruisen ebenso geeignet wie zum Heizen, auch in typischerweise eher schwachwindigen Surfrevieren wie der Ostsee. Freerideboards sind keine ausgesprochenen Höchstleister oder Spezialisten wie Formula-Boards oder Slalomboards. Aber im Vergleich zu anderen Shapes bieten sie eine exzellente Kontrolle und Manövrierfähigkeit, schnelles Tempo und hohe Stabilität und sind damit vor allem für Surfer geeignet, die vom Anfänger- oder Einsteigerboard ins Gleitsurfen aufsteigen wollen.

Wer mit den technischen Grundlagen beim Surfen vertraut ist und den Einstieg ins sportlichere Funboardsurfen ausprobieren möchte, ist mit einem Freerideboard bestens bedient.

Worauf solltest Du beim Kauf eines Freerideboards achten?

Auch wenn Freunde, Bekannte oder Menschen in Internetforen dir schwören, dieses oder jenes Board sei das beste: Wenn sie eine Menge Spaß auf einem bestimmten Freerideboard haben, heißt das noch lange nicht, dass das bei Dir auch so ist. Nicht zuletzt spielen ja Körpergewicht und Körpergröße, Deine Fähigkeiten auf dem Board und das, was Du damit anstellen willst, eine große Rolle bei der Kaufentscheidung – und das kann bei Dir etwas völlig anderes sein als bei Deinen Tippgebern. Vor dem Kauf gibt es deshalb eine Menge Dinge zu überlegen. Hier ein paar wichtige Punkte:

Fähigkeiten und Erfahrungen

Auch bei den Freeridern gibt es gute Einsteigerbretter, Aufsteigerboards und solche, die eher für erfahrene Surfer optimiert sind. Breite und runde Outlines sind am ehesten für Einsteiger geeignet, da Du hier nicht so aufpassen musst, wo Du Deine Füße hinsetzt, und sie gutmütiger auf Fehlbelastungen reagieren. Kleinere Boards sind zwar hip, aber auch kippliger und verlangen mehr Kontrolle. Du solltest also am Anfang eher auf stabile Gleiteigenschaften und gute Kontrollierbarkeit achten und nicht zu früh auf ein zu kleines Board steigen.

Welche Spots sind interessant für Dich?

Wo wirst Du mit Deinem Freerideboard unterwegs sein? Fliegst Du zum Surfen nach Malibu oder Bali? Oder kreuzt Du eher auf Nord- und Ostsee oder auf heimischen Seen? Je nachdem, wo Du planst, aufs Wasser zu gehen, sollte Dein Board auch auf die Bedingungen abgestimmt sein, die Du dort vorfindest – zum Beispiel auch bei schwachem Wind gut angleiten und beschleunigen.

Körpergewicht

Das beste Surferlebnis hast du, wenn Volumen und Gewicht Deines Boards optimal auf Deine Körpergröße und Dein Gewicht abgestimmt sind. Ist das Volumen für Dein Körpergewicht zu gering, wird das Angleiten schwieriger, da ein größerer Teil des Boards unter der Wasserlinie liegt – vor allem für vor allem für Umsteiger mit wenig Freeride-Erfahrung.

Bei einem Körpergewicht von bis zu 75 Kilo bist Du mit einem Board von etwa 120 Litern Volumen gut bedient, wenn Du vom Anfängerboard auf ein Freerideboard umsteigst. Wer mehr wiegt, sollte zumindest am Anfang ein Board mit mehr Volumen wählen – erfahrene Freerider kommen auch mit weniger Volumen zurecht.

Segelgröße und -typ

Grundsätzlich gilt: Je größer das Segel ist, das Du benutzen willst, desto größer sollte Dein Board sein. Während ein 100 l-Board eine Segelgröße von ca. 4 bis 7 m2 verträgt, kann ein 160 l-Board etwa 6,5 bis 10,5 m2 Segelfläche verkraften. Für die Wahl des richtigen Segels sind allerdings auch noch andere Faktoren wie die Mastspurlänge oder die Mastspurposition und nicht zuletzt Dein Gewicht und Deine Körpergröße mitentscheidend – am besten lässt Du Dich hier gründlich beraten.

Freerideboards können mit verschiedenen Segeltypen kombiniert werden. Camberlose Freeridesegel sind optimal, aber auch Freeracesegel mit bis zu zwei Cambern und Freemovesegel sind prinzipiell möglich. Racesegel sind nur bedingt mit Freerideboards zu gebrauchen, und Wavesegel solltest Du lieber gar nicht verwenden.

Material und Gewicht

Aus welchem Material Dein Freerideboard sein soll, ist nicht zuletzt eine Frage des Geldbeutels. Derzeit dominieren fiberglasverstärkte Kunststoffe wie Polyester (Polyurethan, PU) oder Epoxy den Markt. Das robustere Epoxidharz besitzt bessere Auftriebeigenschaften als das preiswerte PU, sodass man bei einem Epoxy-Board im Vergleich zu einem gleichwertigen PU-Board etwas Volumen einsparen kann.

Bei unruhiger Wasseroberfläche neigen die teureren Epoxy-Boards allerdings eher zum Springen als solche aus PU. Viele Surfer bevorzugen leichtere Boards – vor allem wegen des Surfgefühls, weniger wegen der Leistung, wo schwerere Boards meist gleichauf liegen mit den leichteren. Beim Angleiten allerdings haben es die leichteren Boards auch tatsächlich leichter und kommen schon in Fahrt, wenn ein schwereres Board noch auf den günstigen Wind wartet. Als nachhaltige und umweltverträgliche Materialvariante zu Kunststoffen sind Balsaholz und Bambus zunehmend gefragt.

Hier gibt es auch Boards in Sandwich-Bauweise, wo zum Beispiel neben Epoxy auch Bambus verbaut wird, um den Materialmix umweltverträglicher zu gestalten, ohne die Gleiteigenschaften zu verändern. Auch Boards mit Carbon-Verstärkung (statt Glasfaser) gibt es – die allerdings sind ziemlich teuer und eher etwas für erfahrene Freerider.

Extrabreite Freerideboards – wozu sind die gut?

Bei Freerideboards geht der Trend in der letzten Zeit zu breiteren und kürzeren Brettern. Wer meint, dass das auf Kosten der Sportlichkeit geht, liegt allerdings falsch: Weit davon entfernt, gemütliche “Badeinseln” zu sein, bieten auch die Freewides jede Menge Tempo und Wendigkeit, ohne Neueinsteiger zu überfordern. Grundsätzlich gilt: Boards mit einer breiteren Outline und mehreren Finnen reagieren gutmütiger auf Belastungswechsel und lassen sich leichter führen als schmalere Boards. Bei den Extrabreiten gibt es allerdings auch konstruktionsbedingte Unterschiede, sodass Du Dich vor dem Kauf gut beraten lassen solltest.

Wann solltest Du Dich lieber für einen anderen Boardtyp entscheiden?

Ebenso wichtig wie zu wissen, wozu ein Board gut ist, ist zu wissen, was man damit nicht anstellen kann. Freerideboards bieten zwar eine super Beschleunigung und Speed, aber wer auf Höchstgeschwindigkeiten aus ist und genügend Skill mitbringt, sollte sich eher nach einem Raceboard oder einem Slalom-Raceboard umsehen. Auch wenn Du es auf Sprünge, Loops und Tricks abgesehen hast oder gelegentlich mal eine Welle mitnehmen willst, ist ein Freeride-Board nicht unbedingt das, was Du suchst. In diesen Fällen bist Du mit einem Freestyle- oder Freemove-Waveboard besser bedient.

Weiterführende Links:

Bilder:
Beitragsbild: Brett Jordan von Pexels

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